Wann ein Shopify-Shop ein ERP braucht
Shopify ist ein gehostetes Shopsystem: Shop, Zahlungen und Kasse laufen bei Shopify, Sie pflegen Produkte und Bestellungen im Admin. Für einen reinen Online-Shop reicht das lange. Sobald aber dieselbe Ware auch über Amazon, eBay oder im Großhandel verkauft wird, ein Lager mit Wareneingang dazukommt oder die Buchhaltung Rechnungen je Bestellung braucht, wird der Shopify-Admin zu einem von mehreren Portalen.
Ein ERP wie Odoo macht Shopify zu einem Verkaufskanal unter mehreren. Der Bestand liegt einmal in Odoo und wird an Shopify und die Marktplätze verteilt. Rechnungen, Lieferscheine, Einkauf und Buchhaltung laufen an einer Stelle. Shopify bleibt das Schaufenster, Odoo wird das Lager und das Büro dahinter.
Was die Verbindung technisch ist
Die Anbindung spricht direkt mit der Shopify Admin API. Sie legen in Ihrem Shopify-Admin eine Custom App an und vergeben die nötigen Berechtigungen: Bestellungen lesen, Bestand, Produkte und Fulfillments schreiben. Die App liefert ein langlebiges Access Token. Dieses Token und Ihre Shop-Domain tragen Sie in Odoo ein, die Standort-ID ermittelt das Modul selbst.
Mehr ist nicht nötig: keine Partner-App, kein OAuth, keine Token-Erneuerung, kein Zwischendienst und kein Odoo Enterprise. Die Daten laufen von Ihrem Odoo direkt zu Shopify und zurück. Die API-Version ist im Kanal einstellbar, Standard ist 2026-01.
Bestellungen werden nach Zeitplan geholt, ab Werk alle 15 Minuten, einstellbar von jeder Minute bis täglich. Neue Bestellungen werden rückblickend über drei Tage geprüft, der Status bestehender Bestellungen über 14 Tage.
Welche Daten in welche Richtung gehen
Die Übersicht zeigt, was die Verbindung abdeckt und wie es im Einzelnen abläuft.
| Daten | Richtung | So läuft es |
|---|---|---|
| Bestellungen | Shopify zu Odoo | Nur bezahlte Bestellungen; der Auftrag entsteht bei „paid“, die Rechnung bei erfasster Zahlung |
| Stornos | Shopify zu Odoo | Ein Stornodatum oder „voided“ stoppt den Auftrag, reservierter Bestand ist wieder frei |
| Bestand | Odoo zu Shopify | Verfügbare Menge je Variante am Kanal-Standort; der Shop-Bestand lässt sich zum Vergleich zurücklesen |
| Preise | Odoo zu Shopify | Variantenpreis, gesendet bei jeder Änderung |
| Sendungsnummer | Odoo zu Shopify | Über den Fulfillment-Order-Ablauf in einem Schritt, der Kunde bekommt Shopifys Versandmail |
| Erstattungen | Odoo zu Shopify | Gegen die letzte erfolgreiche Zahlung, Teilbeträge mehrfach, der Käufer bekommt Shopifys Erstattungsmail |
| Produkte | Odoo zu Shopify | Mit dem Launcher: Anlegen und Aktualisieren inklusive Varianten |
| Auszahlungen | Shopify zu Odoo | Mit dem Settlement-Modul: Shopify-Payments-Auszahlungen mit Gebühr je Transaktion |
Bestellungen und Steuern: Was beim Import passiert
Importiert werden nur bezahlte Bestellungen. Eine Bestellung, die in Shopify noch auf die Zahlung wartet, erzeugt in Odoo keinen Auftrag; erst der Status „paid“ löst ihn aus. Die Rechnung entsteht, sobald die Zahlung erfasst ist. So entstehen keine Aufträge und keine Reservierungen für Käufe, die nie bezahlt werden.
Positionen kommen brutto an. Hat Ihr Shop Nettopreise, schlägt das Modul die Steuer je Position auf. Steuerposition und Steuersätze kommen aus Ihren Odoo-Steuerregeln; der Auftrag wird auf den tatsächlich gezahlten Bruttobetrag abgestimmt, damit Rundungen nicht zu Cent-Differenzen führen.
Produkte werden über die Shopify-Varianten-ID zugeordnet, danach über die SKU. Fehlt beides, landet die Position auf dem Platzhalterprodukt des Kanals, mit einem Vorschlag zur Zuordnung. Nichts wird verworfen, und Sie sehen im Protokoll, welche Bestellung Nacharbeit braucht.
Bestand und Preise je Variante
Shopify kennt Bestand nur je Variante und je Standort. Das Modul sendet die verfügbare Menge aus Odoo an den Standort des Kanals, bei jeder Bestandsänderung. Je Kanal lässt sich ein Sicherheitspuffer setzen, je Produkt ein fester Kanalbestand, falls Sie im Shop nie mehr als eine bestimmte Menge anbieten wollen. Ist in Odoo nichts mehr da, setzt das Modul 0.
Preise gehen als Variantenpreis an Shopify. Jede Preisänderung in der Zuordnung wird sofort gesendet. Wie bei allen unseren Kanälen gilt: Jeder Sendeschalter ist ab Werk aus. Sie prüfen zuerst die Zuordnung Ihrer Produkte, dann schalten Sie Bestand ein, zuletzt Preise.
Versand und Erstattungen aus Odoo heraus
Nach dem Versand meldet Odoo die Sendungsnummer an Shopify. Das läuft über den Fulfillment-Order-Ablauf, den Shopify heute für Versandmeldungen vorsieht, in einem Schritt. Der Kunde bekommt die Versandmail von Shopify, wie er sie gewohnt ist, inklusive Sendungsverfolgung.
Erstattungen lösen Sie in Odoo mit dem Knopf „Auf Marktplatz erstatten“ aus, mit Betrag und Grund als Freitext. Shopify erstattet gegen die letzte erfolgreiche Zahlung der Bestellung; Teilbeträge sind mehrfach möglich. Der Käufer bekommt Shopifys Erstattungsmail. Umgekehrt erkennt das Modul Erstattungen, die im Shopify-Admin ausgelöst wurden: Die Status „refunded“ und „partially_refunded“ lösen in Odoo Rücklieferung und Gutschrift nach Ihrer Retouren-Regel aus. Ein eigenes Retourenobjekt kennt Shopify nicht.
Rechnungen laden wir nicht zu Shopify hoch, weil Shopify dafür keine Schnittstelle bietet. Rechnungen entstehen in Odoo und gehen von dort per E-Mail an den Kunden oder an den Steuerberater.
Shopify Payments: Auszahlungen in der Buchhaltung
Nutzen Sie Shopify Payments, holt das Settlement-Modul jede Auszahlung mit ihren Saldo-Transaktionen: eine Abrechnung je Auszahlung mit Status bezahlt, unterwegs, geplant oder fehlgeschlagen, und die echte Gebühr je Transaktion als eigene Position. Der Rückblick beträgt 90 Tage. Dafür braucht die Custom App zusätzlich Lesezugriff auf Shopify Payments.
Mit Settlement Accounting wird daraus ein Buchungssatz je Auszahlung gegen ein Verrechnungskonto. Ohne Shopify Payments, etwa mit einem externen Zahlungsanbieter, erstellt das Modul einen Monatsspiegel aus den Bestelltransaktionen. Der kennt keine Gebühren, weil Shopify sie dann nicht hat; die Gebühren des Zahlungsanbieters buchen Sie aus dessen Abrechnung.
API-Versionen, Kosten und Einrichtung
Shopify veröffentlicht regelmäßig neue Versionen der Admin API und stellt ältere nach einer Übergangszeit ab; außerdem stellt Shopify die REST-Schnittstelle schrittweise auf GraphQL um. Eine Anbindung, die nicht gepflegt wird, hört deshalb irgendwann auf zu funktionieren. Unser Modul warnt, sobald Shopify eine neue API-Version veröffentlicht, und die Version ist im Kanal einstellbar. Die Anpassung ist Teil des Update-Plans: im ersten Jahr nach dem Kauf enthalten, danach 25 % des Kaufpreises im Jahr.
Das Shopify-Modul kostet 249 € einmalig, dazu der Marktplatz-Kern für 249 €, zusammen 498 € netto für eine Odoo-Instanz und eine Odoo-Version. Der Launcher kostet 149 € plus 199 € für die Launcher-Basis, das Settlement-Modul 149 € plus 149 € für die Settlement-Basis und 199 € für Settlement Accounting. Das Paket Start mit einem Kanal, Druck und Sendungsverfolgung kostet 649 €. So gehen Sie vor:
- Custom App im Shopify-Admin anlegen, Berechtigungen vergeben, Access Token kopieren.
- Zuerst in einem Entwicklungs-Shop testen, den Sie über ein Shopify-Partner-Konto anlegen; dann den Live-Shop verbinden, mit allen Sendeschaltern aus.
- SKUs in Shopify und Odoo angleichen, damit die Zuordnung ohne Nacharbeit läuft.
- Bestellimport prüfen: Steuern, Versandkosten, Zuordnung der Varianten.
- Sendungsnummern einschalten, dann Bestand, zuletzt Preise.
Dazu oft gefragt
Brauche ich eine Shopify-Partner-App oder OAuth?
Nein. Sie legen im Shopify-Admin eine Custom App an und vergeben die Berechtigungen. Das Access Token ist langlebig und muss nicht erneuert werden. Ein Partner-Konto brauchen Sie nur, wenn Sie vor dem Live-Betrieb in einem Entwicklungs-Shop testen wollen.
Werden auch unbezahlte Bestellungen importiert?
Nein. Der Auftrag in Odoo entsteht erst beim Status „paid“, die Rechnung bei erfasster Zahlung. Bestellungen, die nie bezahlt werden, erzeugen in Odoo weder Auftrag noch Reservierung.
Kann ich aus Odoo heraus erstatten?
Ja, mit dem Knopf „Auf Marktplatz erstatten“ am Auftrag. Shopify erstattet gegen die letzte erfolgreiche Zahlung, Teilbeträge mehrfach, und der Käufer bekommt die Erstattungsmail von Shopify. Die Gutschrift in Odoo entsteht nach Ihrer Retouren-Regel.
Was ist mit Rechnungen für Shopify-Käufer?
Rechnungen entstehen automatisch in Odoo, je Kanal als Entwurf, gebucht oder gebucht und bezahlt. Ein Upload zu Shopify ist nicht möglich, weil Shopify keine Schnittstelle dafür hat. Sie versenden die Rechnung aus Odoo per E-Mail.
Was kostet die Shopify-Anbindung an Odoo?
Das Shopify-Modul kostet 249 € und der Marktplatz-Kern 249 €, zusammen 498 € netto, einmalig für eine Odoo-Instanz und eine Odoo-Version. Das erste Jahr Updates ist enthalten. Die Einrichtung mit Produkt-Zuordnung, Versand und Druck gibt es als Einrichtung Start ab 990 €.
Was passiert, wenn Shopify eine neue API-Version veröffentlicht?
Das Modul zeigt eine Warnung, und die Version ist im Kanal einstellbar. Mit dem Update-Plan bekommen Sie die angepasste Modulversion; im ersten Jahr ist das enthalten, danach kostet der Plan 25 % des Kaufpreises im Jahr.
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