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WooCommerce mit Odoo verbinden: So läuft der WordPress-Shop im ERP

Stand 26. Oktober 2026 · Lesezeit 7 Minuten · Marktplätze und Shops

Kurz gesagt. WooCommerce mit Odoo verbinden heißt: Der WordPress-Shop bleibt das Schaufenster, Odoo übernimmt Aufträge, Lager, Rechnungen und Buchhaltung. Bestellungen kommen automatisch als Verkaufsaufträge in Odoo, Bestand und Preise gehen aus Odoo zurück in den Shop, Sendungsnummern werden nach dem Versand an WooCommerce gemeldet, und Erstattungen lösen Sie aus Odoo heraus aus. Die Verbindung läuft über die WooCommerce REST API mit einem API-Schlüssel aus den Shop-Einstellungen, ohne zusätzliches Plugin und ohne Odoo Enterprise. Das Modul kostet 199 € einmalig plus den Marktplatz-Kern für 249 €, netto.

Warum ein WooCommerce-Shop ein ERP braucht

WooCommerce ist ein quelloffenes Plugin, das aus WordPress einen Online-Shop macht. Es ist beliebt, weil es keine Lizenz kostet und sich mit tausenden Erweiterungen anpassen lässt. Genau darin liegt die Grenze: Lager, Rechnungen, Einkauf und Buchhaltung sind Erweiterungen von Drittanbietern, jede mit eigener Logik.

Sobald derselbe Artikel auch auf Amazon oder eBay verkauft wird, ein Lager mit Wareneingang existiert oder der Steuerberater Rechnungen je Bestellung will, läuft die Pflege doppelt. Bestand wird im Shop und in einer Tabelle geführt, Rechnungen entstehen von Hand, und am Monatsende fehlt die Übersicht.

Ein ERP wie Odoo macht aus dem Shop einen Verkaufskanal. Der Bestand liegt einmal in Odoo, jede Bestellung wird ein Auftrag mit Lieferung und Rechnung, und alle Kanäle laufen durch denselben Ablauf. WordPress bleibt für Inhalte, Design und Produktseiten zuständig.

Was die Verbindung technisch ist

Die Anbindung nutzt die WooCommerce REST API in Version 3, die jeder WooCommerce-Shop ab Werk mitbringt. Sie legen unter WooCommerce, Einstellungen, Erweitert, REST-API einen Schlüssel mit Lese- und Schreibrechten an. Consumer Key und Consumer Secret tragen Sie zusammen mit der Shop-Adresse in Odoo ein; das Secret zeigt WooCommerce nur einmal an. Die Verbindung läuft über HTTPS, der Shop braucht aktive Permalinks.

Mehr ist nicht nötig: kein Plugin im Shop, kein OAuth, kein Token, kein Zwischendienst und kein Odoo Enterprise. Ein Shipment-Tracking-Plugin ist optional; ohne Plugin schreibt das Modul die Sendungsnummer als Bestell-Meta und Kundennotiz.

Bestellungen werden nach Zeitplan geholt, ab Werk alle 15 Minuten, einstellbar von jeder Minute bis täglich. Geholt werden alle Bestellungen der letzten drei Tage in jedem Status, der Statusabgleich reicht 14 Tage zurück. Eine Sofortmeldung bietet WooCommerce nicht.

Welche Daten in welche Richtung gehen

Die Übersicht zeigt, was die Verbindung abdeckt und wie es im Einzelnen abläuft.

DatenRichtungSo läuft es
BestellungenWooCommerce zu OdooAlle Status werden gelesen; der Auftrag entsteht bei „processing“, also nach der Zahlung
StornosWooCommerce zu Odoo„cancelled“ oder „failed“ stoppt den Auftrag, reservierter Bestand ist wieder frei
Erstattungen im ShopWooCommerce zu OdooTeil- und Vollerstattungen werden erkannt und stehen mit Betrag und Grund am Beleg
BestandOdoo zu WooCommerceJe Produkt oder Variante; der Shop-Bestand lässt sich zum Vergleich zurücklesen, bis 20.000 Produkte
PreiseOdoo zu WooCommerceAls regulärer Preis; ein laufender Aktionspreis bleibt unberührt
SendungsnummerOdoo zu WooCommerceÜber das Shipment-Tracking-Plugin, sonst als Bestell-Meta plus Kundennotiz
Erstattung aus OdooOdoo zu WooCommerceKnopf „Auf Marktplatz erstatten“ mit Betrag und Grund; der Zahlungsanbieter zahlt an den Käufer
ProdukteOdoo zu WooCommerceMit dem Launcher: einfache und variable Produkte mit Bildern, Preis und Bestand

Bestellungen, Steuern und Produkt-Zuordnung

Ein Auftrag in Odoo entsteht, wenn die Bestellung in WooCommerce den Status „processing“ erreicht, also nachdem der Zahlungsanbieter die Zahlung bestätigt hat. Bestellungen, die auf Zahlung warten oder fehlschlagen, erzeugen keinen Auftrag und keine Reservierung.

Positionen kommen mit dem Bruttostückpreis nach Rabatt an. Steuersatz und Steuerposition kommen aus Ihren Odoo-Regeln, der Auftrag wird auf den tatsächlich gezahlten Bruttobetrag abgestimmt.

Produkte werden über die SKU zugeordnet, danach über die Produkt-ID; Varianten über Produkt-ID und Variations-ID. Fehlt die Zuordnung, landet die Position auf dem Platzhalterprodukt des Kanals mit einem Vorschlag. Deshalb lohnt es sich, vor dem Start jedem Produkt im Shop dieselbe SKU zu geben wie in Odoo.

Bestand und Preise: Lagerverwaltung im Shop einschalten

Bestand sendet das Modul je Produkt oder Variante, bei jeder Bestandsänderung in Odoo. Voraussetzung ist, dass im Shop die Lagerverwaltung aktiv ist und das Produkt „Lager verwalten“ eingeschaltet hat; sonst nimmt WooCommerce keine Menge an. Ist in Odoo nichts mehr da, setzt das Modul 0, und der Artikel ist im Shop ausverkauft.

Preise gehen als regulärer Preis an den Shop. Läuft im Shop gerade eine Aktion mit Aktionspreis, bleibt dieser unberührt, die Aktion läuft also weiter. Wie bei allen Kanälen gilt: Jeder Sendeschalter ist ab Werk aus. Erst die Zuordnung prüfen, dann Bestand, zuletzt Preise einschalten.

Sendungsnummern, Stornos und Erstattungen

Nach dem Versand geht die Sendungsnummer an WooCommerce. Mit Shipment-Tracking-Plugin sieht der Kunde die Verfolgung in seinem Konto; ohne Plugin wird die Nummer als Bestell-Meta gespeichert und als Kundennotiz an die Bestellung gehängt.

Storniert der Kunde im Shop oder schlägt die Zahlung fehl, stoppt der Auftrag in Odoo: Lieferung und Entwurfsrechnung werden abgebrochen, reservierter Bestand ist wieder frei, eine Notiz am Beleg sagt, warum.

Erstattungen lösen Sie in Odoo mit dem Knopf „Auf Marktplatz erstatten“ aus, mit Betrag und Grund als Freitext; eine Grundliste hat WooCommerce nicht. Den Käufer bezahlt der Zahlungsanbieter des Shops. Umgekehrt erkennt das Modul Erstattungen aus dem Shop-Backend: „refunded“ und „partially_refunded“ lösen Rücklieferung und Gutschrift nach Ihrer Retouren-Regel aus. Eine eigene Retouren-Schnittstelle hat WooCommerce nicht.

Produkte aus Odoo anlegen und Umsatz spiegeln

Mit dem WooCommerce-Launcher pflegen Sie Produkte in Odoo und veröffentlichen sie im Shop: einfache und variable Produkte mit Variationen je SKU, Kurzbeschreibung, Tags, Aktionspreis mit Zeitfenster, Versandklasse und Bilder als öffentliche URLs. Die Suche nach SKU verhindert Dubletten. Ein bestehendes Produkt lässt sich zurücklesen; dabei werden nur leere Felder gefüllt.

Für die Buchhaltung gibt es bei WooCommerce keine Auszahlungs-Schnittstelle, weil der Shop selbst kein Geld bewegt. Das Settlement-Modul erstellt deshalb einen Monatsspiegel aus den importierten Bestellungen: eine Abrechnung je Kalendermonat, eine Umsatzposition je Bestellung. Gebühren tragen Sie als Zeile nach, Erstattungen werden aus Gutschriften geschätzt, beides Opt-in. Zahlen Ihre Kunden über Stripe, liefert das Stripe-Settlement-Modul die echte Gebühr je Transaktion.

Was die Anbindung kostet und wie Sie starten

Das WooCommerce-Modul kostet 199 € einmalig, dazu der Marktplatz-Kern für 249 €, zusammen 448 € netto für eine Odoo-Instanz und eine Odoo-Version. Das Paket Start mit einem Kanal, Druck und Sendungsverfolgung kostet 649 €. Das erste Jahr Updates ist enthalten, danach kostet der Update-Plan 25 % des Kaufpreises im Jahr. Die Einrichtung mit Produkt-Zuordnung, Versand und Druck übernehmen wir als Einrichtung Start ab 990 €.

Haben Sie noch keinen Shop, bauen wir ihn: ein WooCommerce-Shop mit Design, bis zu 100 Produkten, Zahlung, Versandregeln, Steuern und Rechtstexten kostet ab 3.900 €, Pflege und Hosting ab 59 € im Monat, monatlich kündbar. So kommt der Shop von Anfang an mit SKUs, die zu Odoo passen. So gehen Sie vor:

  • Staging-Shop anlegen: Eine Hersteller-Sandbox gibt es nicht, testen Sie mit einer Kopie Ihres Shops.
  • REST-API-Schlüssel mit Lese- und Schreibrechten anlegen und das Secret sofort in Odoo eintragen.
  • SKUs in Shop und Odoo angleichen, Lagerverwaltung im Shop einschalten.
  • Bestellimport starten und die ersten Aufträge prüfen: Steuern, Versandkosten, Zuordnung.
  • Sendungsnummern einschalten, dann Bestand, zuletzt Preise.

Dazu oft gefragt

Brauche ich ein Plugin im WooCommerce-Shop?

Nein. Die Anbindung nutzt die REST API, die in WooCommerce eingebaut ist. Ein Shipment-Tracking-Plugin ist optional und sorgt dafür, dass der Kunde die Sendungsverfolgung in seinem Konto sieht. Ohne Plugin wird die Sendungsnummer als Bestell-Meta und Kundennotiz gespeichert.

Ab welchem Status entsteht der Auftrag in Odoo?

Beim Status „processing“, also nach bestätigter Zahlung. Bestellungen in „pending“ oder „failed“ erzeugen keinen Auftrag. Erreicht eine Bestellung später „cancelled“, stoppt der Auftrag in Odoo automatisch.

Was passiert mit Aktionspreisen im Shop?

Odoo sendet den regulären Preis. Ein laufender Aktionspreis in WooCommerce bleibt unberührt, die Aktion läuft weiter. Aktionspreise mit Zeitfenster legen Sie über den Launcher an oder direkt im Shop.

Wie teste ich die Anbindung ohne Risiko?

Mit einem Staging-Shop, also einer Kopie Ihres WooCommerce-Shops bei Ihrem Hoster. Eine Hersteller-Sandbox gibt es bei WooCommerce nicht. Verbinden Sie zuerst die Kopie und schalten Sie den Live-Shop erst danach frei, mit allen Sendeschaltern aus.

Wie kommen die Gebühren des Zahlungsanbieters in die Buchhaltung?

WooCommerce kennt keine Auszahlungen, deshalb erstellt das Settlement-Modul einen Monatsspiegel aus den Bestellungen, in den Sie Gebühren nachtragen. Zahlen Ihre Kunden über Stripe, holt das Stripe-Settlement-Modul die echte Gebühr je Transaktion. Mit Settlement Accounting wird daraus ein Buchungssatz gegen ein Verrechnungskonto.

Baut SDXS auch den WooCommerce-Shop selbst?

Ja. Ein WooCommerce-Shop mit Design, bis zu 100 Produkten, Zahlung, Versand, Steuern und Rechtstexten kostet ab 3.900 € netto, Pflege und Hosting in Deutschland ab 59 € im Monat. Die Anbindung an Odoo richten wir auf Wunsch gleich mit ein.

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