Was ein Amazon Settlement Report ist
Amazon sammelt alle Geldbewegungen Ihres Verkäuferkontos in Abrechnungszeiträumen. Am Ende eines Zeitraums schließt Amazon die Abrechnung, zieht Gebühren und Erstattungen von den Erlösen ab und überweist den Saldo auf Ihr Bankkonto. Der Settlement Report ist das Protokoll dazu: eine Zeile je Geldbewegung, mit Bestellnummer, SKU, Positionsart und Betrag.
In Seller Central finden Sie die Berichte im Bereich Zahlungen. Dort sehen Sie je Abrechnung den Zeitraum, das Auszahlungsdatum, die Summe der Erlöse, die Summe der Abzüge und den Auszahlungsbetrag. Als Datei bekommen Sie den Report mit mehreren hundert bis mehreren tausend Zeilen, je nach Volumen.
Der Report ist die einzige vollständige Quelle für Ihre Amazon-Kosten. Bestellübersicht, Werbekonsole und Lagerberichte zeigen je einen Ausschnitt; nur der Settlement Report zeigt, was tatsächlich mit der Auszahlung verrechnet wurde.
Welche Positionsarten ein Settlement Report enthält
Die Positionsarten wiederholen sich in jedem Report. Wer sie einmal einem Konto zugeordnet hat, kann jede weitere Abrechnung nach demselben Muster buchen.
| Positionsart | Was dahinter steckt | In der Buchhaltung |
|---|---|---|
| Verkaufserlös (Principal) | Der Artikelpreis, den der Käufer gezahlt hat, je Bestellposition | Umsatz, bereits über die Rechnung an den Käufer gebucht |
| Versandkosten und Geschenkverpackung | Was der Käufer zusätzlich zum Artikel gezahlt hat | Umsatz, ebenfalls Teil der Rechnung |
| Provision (Verkaufsgebühr) | Amazons Anteil je verkauftem Artikel, abhängig von der Kategorie | Aufwand, Konto für Marktplatzgebühren |
| FBA-Gebühren | Versand durch Amazon: Kommissionieren, Verpacken, Zustellen je Einheit | Aufwand, Konto für Fulfillment-Kosten |
| Erstattungen | Rückzahlung an den Käufer, meist mit teilweiser Rückerstattung der Provision | Gutschrift an den Käufer plus Korrektur der Gebühr |
| Werbung (Sponsored Products) | Werbekosten, die Amazon mit der Auszahlung verrechnet | Aufwand, Konto für Werbung |
| Lagergebühren | Monatliche Lagerkosten und Zuschläge für lange Lagerung | Aufwand, Konto für Lagerkosten |
| Sonstiges | Abonnementgebühr, Rückbuchungen, A-bis-z-Garantie, Anpassungen, einbehaltene Steuern | Je nach Art: Aufwand, Forderungsverlust oder Steuerkonto |
Warum Umsatz und Auszahlung nie zusammenpassen
Der häufigste Fehler in der Amazon-Buchhaltung ist, die Auszahlung als Umsatz zu buchen. Dann fehlen die Gebühren, die Umsätze sind zu niedrig, und am Jahresende kann niemand sagen, was Amazon wirklich gekostet hat.
Der zweite Fehler ist das Gegenteil: Umsatz aus den Bestellungen buchen und die Auszahlung noch einmal als Erlös. Dann ist der Umsatz doppelt. Richtig ist: Der Umsatz kommt aus den Rechnungen an die Käufer, die Gebühren kommen aus dem Settlement Report, und die Auszahlung ist nur ein Geldtransfer, der beides ausgleicht.
Dazu kommt die Zeitverschiebung: Eine Bestellung vom 28. wird am 3. des Folgemonats versendet und erst mit der Auszahlung am 12. verrechnet. Ohne Verrechnungskonto verliert man die Spur.
Warum ein Verrechnungskonto nötig ist
Ein Verrechnungskonto ist ein Konto in Ihrer Buchhaltung, das Amazon als Zahlungsmittler abbildet. Es sammelt alles, was Amazon Ihnen schuldet und was Sie Amazon schulden, und steht nach jeder Auszahlung wieder auf null. So läuft eine Abrechnung über dieses Konto.
- Rechnung an den Käufer: Die Forderung entsteht gegen den Käufer, der Umsatz ist gebucht.
- Zahlung des Käufers an Amazon: Die Forderung gegen den Käufer wird ausgeglichen, dafür entsteht eine Forderung gegen Amazon auf dem Verrechnungskonto.
- Settlement Report: Provisionen, FBA-Gebühren, Werbung und Lagergebühren werden als Aufwand gebucht, Gegenkonto ist das Verrechnungskonto. Erstattungen mindern die Forderung.
- Bankeingang: Die Auszahlung wird gegen das Verrechnungskonto gebucht. Stimmt alles, ist der Saldo null.
Das Verrechnungskonto als Kontrolle
Bleibt nach dem Bankeingang ein Rest stehen, fehlt eine Position: eine nicht gebuchte Gebühr, eine vergessene Gutschrift oder eine Bestellung, die in Ihrem System noch keine Rechnung hat. Das Verrechnungskonto zeigt damit auf den Cent, ob Ihre Bestellungen und Amazons Abrechnung zusammenpassen.
Verkaufen Sie auf mehreren Amazon-Marktplätzen oder zusätzlich auf eBay und Kaufland, führen Sie je Kanal ein eigenes Verrechnungskonto. Nur so bleibt nachvollziehbar, was jeder Kanal an Gebühren kostet.
Drei Wege, den Report zu verbuchen
Wie viel Arbeit die Abrechnung macht, hängt davon ab, wie sie in das Buchhaltungssystem kommt.
| Weg | Aufwand | Was dabei schiefgeht |
|---|---|---|
| Von Hand aus Seller Central | Jede Abrechnung herunterladen, Summen bilden, buchen | Der Aufwand wächst mit jeder Bestellung; Positionsarten werden pauschal zusammengefasst |
| Tabelle für den Steuerberater | Report exportieren, nach Positionsart summieren, Summen übergeben | Keine Zuordnung zur Bestellung; Erstattungen und Korrekturen gehen in der Summe unter |
| Automatisch im ERP | Anbindung holt jede Abrechnung, ordnet Zeilen zu, erzeugt den Buchungssatz | Einmaliger Aufwand für die Kontenzuordnung, danach nur noch Kontrolle |
So läuft es automatisch in Odoo
Unsere Amazon-Module für Odoo holen die Abrechnungen über die Finances API, Amazons Schnittstelle für Abrechnungsgruppen und Finanzereignisse. Je Abrechnungsgruppe entsteht in Odoo eine Abrechnung mit Zeitraum und Auszahlungsdatum. Die Positionen werden nach Art getrennt: Versendungen mit Umsatz und Gebühren, Erstattungen, A-bis-z-Garantie, Rückbuchungen, Servicegebühren, Sponsored Products, Anpassungen und einbehaltene Steuern. Jede Zeile ist mit der importierten Bestellung und dem Verkaufsauftrag verknüpft.
Das Buchhaltungs-Modul erzeugt aus jeder abgeschlossenen oder bezahlten Abrechnung genau einen Buchungssatz als Entwurf. Gegenkonto ist das Verrechnungskonto des Kanals, jede Positionsart hat ein zugeordnetes Konto, auf Wunsch mit Vorsteuer. Der Umsatz wird nie doppelt gebucht, er kommt aus den Rechnungen. Fehlt eine Kontenzuordnung, blockiert das Modul und zeigt die vollständige Liste, statt zu raten. Unbekannte Ereignistypen werden gemeldet, nicht still verworfen.
Alles ist ab Werk aus: Den geplanten Abruf, das automatische Anlegen und das direkte Buchen schalten Sie bewusst ein. Der Rückblick beträgt 90 Tage. Die Module laufen auf Odoo Community und Enterprise, eine Enterprise-Lizenz ist nicht nötig.
Was das kostet und was Sie vorbereiten
Für die Amazon-Abrechnung in Odoo brauchen Sie fünf Module, alle einmalig und netto: den Marktplatz-Kern für 249 €, den Amazon-SP-API-Connector für 449 €, die Settlement-Basis für 149 €, das Amazon-Settlement-Modul für 149 € und Settlement Accounting für 199 €. Zusammen 1.195 €. Günstiger ist das Paket Amazon komplett für 1.690 €, das zusätzlich Käufernachrichten, den Produkt-Launcher und Versandetiketten über Amazon Buy Shipping enthält. Das erste Jahr Updates ist enthalten, danach kostet der Update-Plan 25 % des Kaufpreises im Jahr.
Die Einrichtung übernehmen wir auf Wunsch: In der Einrichtung Multichannel ab 2.900 € richten wir Konten, Steuern und Verrechnungskonten je Kanal ein und buchen den ersten Auszahlungsbericht gemeinsam mit Ihnen. Diese Punkte klären Sie vorher mit Ihrem Steuerberater.
- Ein Verrechnungskonto je Amazon-Marktplatz und je weiterem Kanal anlegen.
- Je Positionsart ein Aufwandskonto festlegen: Provision, FBA, Werbung, Lager, Sonstiges.
- Klären, wie Amazons Gebühren umsatzsteuerlich zu behandeln sind; das hängt von Amazons Rechnungsstellung und Ihrer steuerlichen Situation ab.
- Für jede Bestellung muss eine Rechnung im System entstehen, sonst bleibt der Umsatz auf dem Verrechnungskonto offen.
- Erstattungen als Gutschrift buchen, nicht als negativen Umsatz.
- Nach den ersten drei Abrechnungen den Saldo des Verrechnungskontos prüfen: Er muss nach jedem Bankeingang null sein.
Dazu oft gefragt
Wie oft zahlt Amazon aus?
In der Regel alle 14 Tage. Je nach Kontostatus kann Amazon einen Teil als Reserve einbehalten; das steht dann als eigene Position im Bericht. Jede Auszahlung hat ihren eigenen Settlement Report.
Muss ich jede Zeile des Reports einzeln buchen?
Nein. Gebucht wird ein Buchungssatz je Abrechnung mit einer Zeile je Positionsart: Provision, FBA, Werbung, Lager, Erstattungen. Die Zuordnung zur einzelnen Bestellung bleibt im ERP erhalten, damit Sie bei Rückfragen nachsehen können.
Was ist mit Werbekosten und Lagergebühren?
Beide verrechnet Amazon meist direkt mit der Auszahlung, sie stehen also im Settlement Report und nicht auf einer gesonderten Rechnung. Deshalb gehören sie in die Kontenzuordnung des Settlement-Moduls. Zieht Amazon Werbekosten gesondert ein, buchen Sie diese Rechnung wie jede Lieferantenrechnung.
Brauche ich Odoo Enterprise?
Nein. Der Amazon-SP-API-Connector und die Settlement-Module laufen auf Odoo Community und Enterprise. Nur die Brücke zu Odoos eingebautem Amazon-Connector setzt Enterprise voraus.
Was passiert mit Erstattungen im Report?
Eine Erstattung steht als eigene Position mit Bezug zur Bestellung im Report, Amazon gibt dabei meist einen Teil der Provision zurück. In Odoo lösen Erstattungen eine Gutschrift nach Ihrer Retouren-Regel aus, und das Settlement-Modul ordnet die Erstattungsposition derselben Bestellung zu. Umsatz und Gebühr werden so sauber korrigiert.
Wie stimme ich das Verrechnungskonto mit der Bank ab?
Jeder Bankeingang von Amazon wird gegen das Verrechnungskonto gebucht, in Odoo über den Bankabgleich. Danach muss der Saldo des Kontos null sein. Bleibt ein Betrag stehen, fehlt eine Rechnung, eine Gutschrift oder eine Gebührenposition, und Sie finden sie über die Abrechnung des Zeitraums.
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